Internationaler Meister werden

Wir bringen Handwerk und länderübergreifendes Projektmanagement zusammen

Das Bild zeigt mehrere Fahnen verschiedener Länder, die in den Himmel wehen. Der klare Himmel bildet einen schönen Kontrast zu den bunten Fahnen.

Das vielfältige Know-how des deutschen Handwerks wird in Entwicklungs- und Schwellenländern stark nachgefragt – und kann viel zur nachhaltigen Entwicklung vor Ort beitragen. Die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main vermittelt in der Weiterbildung zum Internationalen Meister wichtige Inhalte zu Berufsbildungssystemen und Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern sowie fundiertes Know-how in internationalem Projektmanagement.

Internationale Einsätze

Bitte beachten Sie: Die POI-Marker kennzeichnen keine exakten Standorte, vielmehr stellen sie Näherungspunkte dar.

Gefragtes Know-how weltweit

Meisterinnen und Meister werden durch das berufsbegleitende Fortbildungsangebot der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main zum Internationalen Meister befähigt, Experteneinsätze im Ausland erfolgreich umzusetzen. Die Idee zu der Fortbildung entwickelte die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main zusammen mit den Business Scouts for Development.

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[0:00] Fabrice Carstens, Metallbaumeister: Neben meiner täglichen Arbeit mache ich auch projektbezogene Einsätze in der Entwicklungszusammenarbeit.

[0:06] Susanne Haus, Vizepräsidentin der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main: Je besser und je internationaler wir ausbilden, desto besser sind auch die Voraussetzungen für die Meister, dass sie eben ihr Wissen auch in die Welt tragen können.

[0:15] Henning Nitze, EZ-Scout bei der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main: In unserer Fortbildung zum internationalen Meister, da trifft der Dachdeckermeister auf die Konditormeisterin, genauso wie eine Krankenschwester oder ein Verwaltungsfachwirt.

[0:27] Carsten Pabst, Maurer- und Betonbaumeister: Das ist mit Abstand die beste Fortbildung, die ich in meinem Leben gemacht habe.

[0:32] [Musik]

[0:36] Sprecher: Weiterstadt, Hessen. Carsten Pabst, seit 20 Jahren Maurermeister und seit 15 Jahren Ausbilder, wollte neue Wege gehen und entschied sich für die berufsbegleitende Fortbildung zum internationalen Meister. Diese befähigt Handwerksmeisterinnen und -meister, zehn Monate lang, Experteneinsätze im Ausland umzusetzen.

[0:55] Carsten Pabst: Generell war diese Ausbildung fantastisch, aber besonders interessant war das Arbeiten in fragilen Staaten. Und dazu das Sicherheitstraining, wie man auf eine Gefahrensituation reagiert, wie man sich verhält, wenn man auf eine Polizeikontrolle zu fährt – das sind Dinge, die man normalerweise nicht lernt.

[1:12] Sprecher: Inhalte zu Berufsbildungssystemen, Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern und internationalem Projektmanagement bereiteten ihn auf seinen ersten Einsatz in Afrika vor. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung schloss er als internationaler Meister ab.

[1:19] Carsten Pabst: Ich bin nach Sambia gereist und habe in Lusaka zwei Wochen lang einen Betonbauerlehrgang absolviert, mit circa zehn Leuten. Wir haben einen Betonkübel geschalt und diesen dann auch betoniert, ausgeschalt und dann auch vor Ort ausprobiert, ob er denn auch funktioniert. Und es hat geklappt.

[1:47] Sprecher: Auch der 30-jährige Metallbaumeister Fabrice Carstens wollte neben seinem Berufsalltag in Deutschland ein paar Arbeitseinsätze pro Jahr in anderen Ländern durchführen.

[2:00] Fabrice Carstens, Metallbaumeister: Für mich war die Fortbildung zum internationalen Meister entscheidend, weil ich dadurch erst mal einen Fuß in die Entwicklungszusammenarbeit bekommen habe. Ich habe unterschiedliche Aufträge gehabt. In Indien habe ich zum Beispiel an einem Ausbildungsrahmenplan für die Fenster- und Türenbauer mitgearbeitet, in Namibia war ich in Grundkursen für Metallbau und Schweißen unterwegs, das ist von Auftrag zu Auftrag abhängig. Bei den Einsätzen gibt es immer wieder Momente, die mir zeigen, dass man mit kleinen Mitteln viel verändern kann und dass wir uns glücklich wirklich schätzen können in Deutschland mit unserer Ausbildung und unserem Ausbildungssystem Zugang zu so viel Wissen und Möglichkeiten haben. Die wir dann als internationaler Meister weitergeben können.

[2:45] Sprecher: Die Idee zu der Fortbildung entwickelten 2 EZ-Scouts gemeinsam mit der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, wo sie im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (bmz) tätig sind: Henning Nitze, Zimmerermeister mit langjähriger Erfahrung in der Berufsbildung und bei Einsätzen in Entwicklungsländern, und Erik Ruh, Experte für Entwicklungszusammenarbeit EZ.

[3:12] Erik Ruh, EZ-Scout: Früher sind unsere Handwerker in die Projekte gefahren und haben den Teilnehmer gezeigt, wie man einen Rundbogen und einen Spitzbogen mauert, und damit haben sie ihre Aufgabe erfüllt. Das ging nur um die Fachlichkeit. Heute bewegen sich unsere internationalen Meister in Multiakteurspartnerschaften. Es geht um die Umsetzung der Agenda 2030, es geht um komplexe Zusammenhänge. Da reicht die Fachlichkeit nicht mehr aus. Und es geht um überfachliche Kompetenzen, die gebraucht werden, das versuchen wir unseren Handwerkern zu vermitteln.

[3:42] Henning Nitze, EZ-Scout: Unser Ziel ist es, den Schatz an Erfahrungen, den die gestandenen Handwerksmeister mitbringen, für die Vorhaben in der Entwicklungszusammenarbeit zu heben und nutzbar zu machen. Mit den bisherigen 45 Absolventen wurden über 150 Einsätze gefahren. Regelmäßig bekommen wir Anfragen aus Vorhaben der Entwicklungszusammenarbeit nach Experten und können den Bedarf eigentlich noch nicht decken. Das bestärkt uns in unserem Weg weiter Experten auf die Einsätze in der Entwicklungszusammenarbeit vorzuhalten.

[4:21] Dr. Christof Riess, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main: Diese Fortbildung ist für das deutsche Handwerk wichtig, weil wir sind ja nicht nur eine Nation die in der Bundesrepublik arbeitet, sondern auch über die Landesgrenzen hinweg. Und deswegen ist diese Fortbildung unerlässlich, wenn man sich im außereuropäischen Ausland bewegen möchte.

[4:46] Sprecher: Eine überzeugte Handwerkskammer, begeisterte Teilnehmer, große Nachfrage der EZ-Vorhaben – die von der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main angebotene Fortbildung zum internationalen Meister ist ein voller Erfolg und soll in Zukunft auch an weiteren Standorten angeboten werden. Damit bundesweit und über Landesgrenzen hinaus engagierte und motivierte Handwerkerinnen und Handwerker zum Zuge kommen.

[5:03] [Musik]

[5:06] [Schriftzug EZ-Scout. Unternehmen. Chancen. Entwicklung.]

[5:08] [Durchgeführt von giz Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. In Kooperation mit der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main.]

[5:12] [Weitere Informationen unter: www.rhein-main-campus.de/internationalermeister und www.bmz.de/ez-scouts]

Optimal für alle Meister mit internationalem Horizont

Seit Jahren informieren sich internationale Delegationen zunehmend über das Thema Duale Berufsausbildung in Deutschland, das Bildungssystem genießt weltweit höchstes Ansehen. Für alle diejenigen, die sich nach dem Meisterbrief fortbilden möchten, weil sie etwa über internationale Geschäftskontakte verfügen oder sich vorstellen können, in Entwicklungs- und Schwellenländern tätig zu werden, ist diese Fortbildung optimal.

Sie befähigt Handwerksmeister in Projekten im In- und Ausland mitzuarbeiten und stattet sie mit den notwendigen Kompetenzen aus. Die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main selbst führt Berufsbildungs- bzw. Kammerpartnerschaftsprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern im Auftrag der Bundesregierung und anderer Auftraggeber durch. Derzeit setzt sie fünf Projekte auf verschiedenen Kontinenten um. In diesen und ähnlichen Projekten ergeben sich immer wieder Chancen für deutsche Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister und weitere Fachkräfte aus dem Handwerk, ihr Wissen in Kurzzeiteinsätzen oder auch langfristigen Engagements weiterzugeben und Kooperationen mit dem Ausland aufzubauen.

  • Interkulturelle Kompetenzen: Umgang mit anderen Kulturen und Lebensgewohnheiten. Verstehen und Verständigen.
  • Internationales Projektmanagement: Internationale Projekte mitgestalten. Einsätze im Ausland planen und durchführen.
  • Internationale Berufsbildungssysteme: Schule – Ausbildung – Beruf? Wie geht Bildung in fernen Ländern und auf anderen Kontinenten?
  • Unternehmensgründungswissen und Außenwirtschaft: Was Sie zuhause können, geben Sie im Ausland weiter: Handwerksunternmehmen beraten, Fact Findings / Sektoranalsen durchführen.
  • Arbeiten und Leben in anderen Regionen: Wenn’s mal kritisch wird – Sie wissen sich zu helfen.

  • eine Meisterausbildung; oder
  • ein anerkannter Fortbildungsabschluss nach einer Regelung des Berufsbildungsgesetzes zum Industriemeister; oder
  • ein Abschluss zum Staatlich geprüften Techniker; oder
  • ein Hochschulabschluss und eine mindestens einjährige Berufspraxis; oder
  • ein Fortbildungsabschluss und eine mind. dreijährige Berufspraxis
  • Interesse an Einsätzen im Ausland.

Ohne Englisch kommen Sie in der Welt nicht weit. Teilnehmer bekommen auch praxis- und berufsorientierten Englischunterricht. Die Fortbildung dauert zwölf Monate und kann berufsbegleitend absolviert werden. Kernstück ist ein Praxiseinsatz von ein bis zwei Wochen in einem Entwicklungs- oder Schwellenland. Der Kurs sowie die Prüfung sind kostenpflichtig.

Ihre Ansprechpartnerin

Nicki Kristin Melcher

Technologietransfer und Auslandsprojekte

Liste der internationalen Meister/Handwerker ohne Grenzen

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HANDWERKER OHNE GRENZEN

Möchten Sie einen Beitrag leisten, um weltweit mehr soziale Gerechtigkeit zu erreichen? Ein Schritt auf dem Weg dorthin: Mit einem europäischen Netzwerk von „Handwerkern ohne Grenzen“ / "Craftspeople without Borders" unterstützen wir das Handwerk in Afrika und der Welt – um dadurch die Einkommensaussichten der Menschen vor Ort und ihre Lebenssituation nachhaltig zu verbessern.

Das Vorhaben „Handwerker ohne Grenzen“ bietet eine Fortbildung für deutsche, französische, italienische und polnische Handwerkerinnen und Handwerker an und eine Plattform zur direkten Vermittlung von Experten im Handwerk an Projektträger vor Ort in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Ihr Können kann helfen

Die gründliche duale Ausbildung, wie wir sie in Deutschland kennen, gibt es zum Beispiel in afrikanischen Ländern nicht. Gerade die Verbindung von Theorie und Praxis kann aber sehr wertvoll sein – und macht Sie dort zu einem besonders gefragten Profi.

Als Handwerker ohne Grenzen leisten Sie einen wichtigen Beitrag vor Ort und profitieren natürlich auch selbst von Ihrem Einsatz: Sie lernen neue Länder und Menschen kennen, erhalten Einblicke in das dortige Berufsleben und schauen weit über den Tellerrand des eigenen Alltags hinaus. Ein Teilnehmer hat es so formuliert: "Du kannst Gutes tun – und dir selbst dabei auch Gutes tun …"