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Sie verfügen über umfassende Fachkenntnisse in Ihrem Bereich. Doch die digitale Transformation, der Mangel an Nachwuchs- und Fachkräften, schnelle technologische Entwicklungen, Bürokratie oder politische Vorgaben werfen Fragen auf? Themen wie Kostenrechnung, Finanzierung, Marketing oder Betriebsorganisation führen gelegentlich zu Unsicherheiten? Wir unterstützen Sie mit fundiertem Wissen und begleiten die Weiterentwicklung Ihres Unternehmens.
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[00:13] Sven Volkert: Lieber Herr Burkhardt, Sie haben das Projekt der Familie Rossmann über längere Zeit begleitet. Was war das Besondere daran?
[00:23] Adrian Burghardt: Das Besondere war wahrscheinlich vor allem die Familie. Weil hier hat man eine Handwerksfamilie, die über Generationen zusammenarbeitet. Über 40 Jahre ist der Betrieb hier schon aktiv, wird jetzt in die zweite Hand gegeben. Das, aber natürlich auch das Projekt, weil Fleischerhandwerk ist ein Handwerk, was immer mehr an Abnahme erfährt in Deutschland. Immer mehr Betriebe hören auf, weil keine Nachfolger da sind. Hier haben wir aber einen Betrieb, der nicht nur einen Nachfolger hat, sondern auch noch massiv ins Unternehmen hinein investiert hat. Und das war für mich ein Anliegen, auch als Handwerkskammer, diesen Fall zu begleiten.
[00:55] Sven Volkert: Welche Schwerpunkte in der Betriebsberatung haben Sie hier gesetzt? Wie war die Verbindung zu den Finanzierungspartnern?
[01:02] Adrian Burghardt: Also hier war es vielleicht wirklich ein Musterfall, denn die Familie hat ihr Finanzierungsvorhaben erst mal natürlich bei der Hausbank platziert. Und die Hausbank hat uns dann sehr schnell mit eingebunden, auch mit der Kompetenz der Handwerkskammer. Und wir als Handwerkskammer sind ja die Begleiter des Handwerks. Das heißt, wir unterstützen genau an der Stelle in den Sachen, wo der Handwerker vielleicht nicht firm ist. In der Erstellung von einem Businessplan, in der Erstellung von einer Finanzierungsplanung. Das haben wir natürlich im Dialog mit der Sparkasse zusammen gemacht, aber auch mit anderen Partnern, mit zum Beispiel dem Bundesverband des Fleischerhandwerks. Das heißt wir haben hier den Businessplan erstellt, wir haben die Finanzierungsplanung aufgestellt, auch eine Umsatzplanung. Denn wir sagen auch immer, ein Vorhaben scheitert nicht am Geld, sondern vielleicht am nicht ausgereiften Konzept. Und das war für uns ganz wichtig, dass wir dieses Konzept natürlich auch so begleiten, dass dieses auch hier umgesetzt werden konnte.
[01:50] Sven Volkert: Wie wichtig ist aus Ihrem Blickwinkel, Herr Burkhardt, so ein dichtes Netzwerk von Kunden, Hausbanken, Bürgschaftsbanken, Kammern und Verbänden?
[02:01] Adrian Burghardt: Netzwerke sind immer wichtig an dieser Stelle. Dieser Dreiklang aus Kunde, Handwerkskammer und Bank, da ist natürlich ein absolutes Zusammenspiel notwendig, denn das Vorhaben hat manchmal auch eine Finanzierungshöhe, die vielleicht nicht von der Hausbank selber getragen werden kann. Dazu brauchen wir dann entsprechend auch weitere Fördermittel wie zum Beispiel die Bürgschaftsbank, die ein solches Vorhaben besichert. Und an der Stelle ist natürlich ein sehr enger Austausch zwischen allen Partnern immer notwendig, dass man hier mit Beginn des Vorhabens schon in den Dialog geht mit der Hausbank, mit der Bürgschaftsbank und entsprechend dieses Vorhaben vorantreibt.
[02:35] Sven Volkert: Was würden Sie, Herr Burkhardt, anderen Unternehmen, die vielleicht vor einer ähnlichen Situation stehen, an Rat geben wollen?
[02:42] Adrian Burghardt: Natürlich klar. Erstmal auch mit der Hausbank sprechen, aber vor allem nehmen Sie Kontakt mit der Handwerkskammer auf. Nehmen Sie Kontakt mit der IHK auf, mit der Kammer, wo Sie entsprechend Mitglied sind. Denn es gibt an allen Stellen auch Möglichkeiten zur Unterstützung, zur Begleitung. Und das ist natürlich ein wichtiger Baustein, denn wir sprechen vielleicht die DNA der Sparkassen, verstehen aber auch gleichzeitig einen Handwerker auf der anderen Seite und können auch ein Stück weit Kommunikation auf beiden Seiten gewährleisten.
[03:10] Sven Volkert: Ja, auch das traditionelle Handwerk ist Veränderungen unterworfen. Welche Trends, welche Entwicklungen sehen Sie da gerade auch insbesondere im fleischverarbeitenden Bereich?
[03:20] Adrian Burghardt: Also Grundsätzlich natürlich Digitalisierung ist momentan ein Thema, was im Handwerk komplett herumgeht. Aber bei allen Tätigkeiten, die im Handwerk ausgeübt werden, sie werden mit den Händen ausgeübt. Das heißt, Digitalisierung ist ein Hilfsmittel, aber die Umsetzung erfolgt tatsächlich durch die Personen, durch die Menschen. Und gerade im Fleischhandwerk unterliegen wir einem sehr starken Wandel. Immer mehr Betriebe müssen schließen, weil sie vielleicht keinen Nachfolger haben, weil aber auch vielleicht die Betriebsstätte nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben an Hygiene entspricht. Das heißt hier haben wir einen sehr starken Wandel. Umso schöner ist es hier zu sehen, nicht nur eine Familie die in das Handwerk hineinsetzt, einen Nachfolger setzt, sondern auch einen hochmodernen Produktionspark gebaut hat, in dem Lebensmittel erzeugt werden können. Das natürlich halt, dann an der Stelle Entwicklung in neue Systeme, in bessere Verarbeitung von Produkten. Das bedingt natürlich am Ende des Tages auch den Benefit für den Kunden.
[04:15] Sven Volkert: Lieber Burkhardt, vielen Dank für das Gespräch und das Ganze sogar stilecht in Hygienekleidung.
[04:20] Adrian Burghardt: Auf jeden Fall sehr gerne. Danke.
[04:23] [Musik setzt ein]
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