Veröffentlicht am 30.09.2026

WorldSkills in Shanghai: Wettbewerb der Spitzentalente des internationalen Handwerks

Sie sind zurück. Im Gepäck: sechs Tage Spannung, Adrenalin und unzählige neue Eindrücke. Mariusz Dechnig, Diego Gomez-Velazquez und John Lohrmann sind Handwerksprofis und trainieren Nationalmannschaften. Bei den WorldSkills in Shanghai waren sie mittendrin, als sich die besten Nachwuchskräfte der Welt gemessen haben. Und am Ende wurde gefeiert: Live-Stream, Musik, DJs, Video- und Lichtshow. „WorldSkills sind immer gigantisch“, sagt John Lohrmann, „extrem emotional – und voller Zukunft.“

© WorldSkills Germany / Christian Grube

Doch was in China bei den WorldSkills sichtbar wurde, beginnt viel früher: in Werkstätten und zertifizierten Bundesleistungszentren der einzelnen Disziplinen. Drei davon sind bei der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main angesiedelt. Im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Weiterstadt trainieren die Nationalmannschaften der Fahrzeuglackierer, Maler und Fleischer, um sich gezielt auf internationale Turniere vorzubereiten.

Das sind Spitzentalente im Handwerk, die auf Weltklasse-Niveau zeigen, was berufliche Bildung möglich macht.

Florian Schöll, Geschäftsführer Berufliche Bildung bei der Handwerkskammer

Tempo, Nervenstärke und Präzision

Der Anspruch? „Exzellenz“, sagt Mariusz Dechnig, der die Fahrzeuglackierer trainiert. Mehr als 1.400 junge Spitzenkräfte aus fast 70 Ländern und Regionen waren in Shanghai. Es war laut, schnell – und die Bühne eine Werkstatt: In mehr als 60 Disziplinen ging es um Präzision, Tempo, Kreativität und Nervenstärke. Die Trainer waren mittendrin: Sie haben beobachtet, unterstützt, mitgefiebert, analysiert. Und gelernt. Denn bei WorldSkills geht es nicht nur darum, wer am Ende vorne liegt. Es geht auch um den Blick über den Tellerrand. „Darum, wie andere Länder das machen“, sagt John Lohrmann, Obermeister der Metall-Innung Frankfurt-Offenbach, der seit 2022 das Nationalteam in der Disziplin Schweißen neu aufbaut. Wie bilden andere Länder aus? Welche Techniken nutzen sie? Wie wird Training organisiert? Was kann auch bei uns funktionieren? „Da kann man sich international viel abgucken“, ist Lohrmann überzeugt.

Denn Exzellenz braucht nicht nur Talent. Sie braucht Räume, Ausstattung, Erfahrung – und Menschen, die bereit sind, Verantwortung für den Nachwuchs zu übernehmen. Dass Training sich lohnt, hat Shanghai gezeigt. Das deutsche Team der Fahrzeuglackierer jubelte: Der 21-jährige Noah Seiler erhielt für seine ausgezeichnete Leistung die „Medal for Excellence”, die an Lackiererinnen und Lackierer verliehen wird, die ihren Beruf auf einem weltklassigen Standard ausüben.

Hinschauen, nachfragen, nachschärfen

Das sind Momente, die Nationaltrainer Dechnig stolz machen. Als Trainer müsse man immer wieder hinschauen, nachfragen und nachschärfen, sagt er. „Leistung muss vorbereitet werden.“ Damit am Ende jeder Handgriff sitzt. Und: Leistung sei immer auch eine Frage der Haltung. Wie gehe ich mit Druck um? Wie bleibe ich konzentriert? Was mache ich, wenn etwas nicht funktioniert? Diese Fähigkeiten machen den Unterschied – und werden in den Werkstätten trainiert.

Man sieht sich: 2028 in Japan

Der Austragungsort der nächsten WorldSkills steht bereits fest: Japan 2028. Die Trainer sind bereit.

Junge Menschen brauchen Chancen. Wer sie fordert und fördert, kann sie bis an die Weltspitze bringen.

Mariusz Dechnig, Trainer der Nationalmannschaft der Fahrzeuglackierer

2027 kommen die EuroSkills

Und noch ein internationales Spitzenereignis für berufliche Bildung und Exzellenz steht an: 2027 richten Deutschland und Luxemburg erstmals gemeinsam die EuroSkills aus. Veranstaltungsort der Europameisterschaften der Berufe in Deutschland ist Düsseldorf.

© World Skills Germany / Frank Erpinar
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© World Skills Germany / Christian Grube
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