Tempo, Nervenstärke und Präzision
Der Anspruch? „Exzellenz“, sagt Mariusz Dechnig, der die Fahrzeuglackierer trainiert. Mehr als 1.400 junge Spitzenkräfte aus fast 70 Ländern und Regionen waren in Shanghai. Es war laut, schnell – und die Bühne eine Werkstatt: In mehr als 60 Disziplinen ging es um Präzision, Tempo, Kreativität und Nervenstärke. Die Trainer waren mittendrin: Sie haben beobachtet, unterstützt, mitgefiebert, analysiert. Und gelernt. Denn bei WorldSkills geht es nicht nur darum, wer am Ende vorne liegt. Es geht auch um den Blick über den Tellerrand. „Darum, wie andere Länder das machen“, sagt John Lohrmann, Obermeister der Metall-Innung Frankfurt-Offenbach, der seit 2022 das Nationalteam in der Disziplin Schweißen neu aufbaut. Wie bilden andere Länder aus? Welche Techniken nutzen sie? Wie wird Training organisiert? Was kann auch bei uns funktionieren? „Da kann man sich international viel abgucken“, ist Lohrmann überzeugt.
Denn Exzellenz braucht nicht nur Talent. Sie braucht Räume, Ausstattung, Erfahrung – und Menschen, die bereit sind, Verantwortung für den Nachwuchs zu übernehmen. Dass Training sich lohnt, hat Shanghai gezeigt. Das deutsche Team der Fahrzeuglackierer jubelte: Der 21-jährige Noah Seiler erhielt für seine ausgezeichnete Leistung die „Medal for Excellence”, die an Lackiererinnen und Lackierer verliehen wird, die ihren Beruf auf einem weltklassigen Standard ausüben.
Hinschauen, nachfragen, nachschärfen
Das sind Momente, die Nationaltrainer Dechnig stolz machen. Als Trainer müsse man immer wieder hinschauen, nachfragen und nachschärfen, sagt er. „Leistung muss vorbereitet werden.“ Damit am Ende jeder Handgriff sitzt. Und: Leistung sei immer auch eine Frage der Haltung. Wie gehe ich mit Druck um? Wie bleibe ich konzentriert? Was mache ich, wenn etwas nicht funktioniert? Diese Fähigkeiten machen den Unterschied – und werden in den Werkstätten trainiert.
Man sieht sich: 2028 in Japan
Der Austragungsort der nächsten WorldSkills steht bereits fest: Japan 2028. Die Trainer sind bereit.