Smart Green Box

Smart gebaut. Green gedacht.

© Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main

Die „Smart Green Box“ ist ein von Zukunftshafen Frankfurt e.V. konzipiertes Microhouse, das vor allem wohnungslosen Menschen eine Unterkunft bieten soll. Den Prototypen haben Handwerk-Azubis im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Weiterstadt der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main gebaut. Ausgestellt wurde die Smart Green Box im Rahmen der Darmstädter Tage der Transformation (bis 02.10.2026, Schader-Campus, Goethestraße 1–2, 64285 Darmstadt).

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[0:05] Susanne Petry: Hallo, mein Name ist Susanne Petry und ich bin von „Architektur im Dialog“ und „Pier F“ und ich bin eine der Mitgründerinnen vom Zukunftshafen Frankfurt.

[0:15] Tim Driedger: Hallo, ich bin Tim Driedger, Architekt aus Frankfurt am Main, arbeite bei in_design Architektur und bin ebenfalls Gründungsmitglied und wie Susanne im Vorstand vom Zukunftshafen Frankfurt EV. Zukunftshafen Frankfurt versucht Nachhaltigkeit im Bauwesen zu fördern, einmal über eine Vernetzung durch alle Mitglieder und Besuchende auf Veranstaltung. Der Zukunftshafen engagiert sich aber auch in einzelnen Projekten. Ja, im Beschäftigen mit Suffizienz und Ressourcenschonung kamen wir irgendwann auf die Überlegung, an welcher Stelle könnten Tiny Houses eine Antwort auf Fragen unserer Zeit sein und kamen dabei auf obdachlose, wohnungslose Menschen, denen vielleicht mit einem Tiny House eine Übergangsunterkunft, ein Zuhause angeboten werden kann.

[1:03] Susanne Petry: Und dann haben wir uns überlegt, wie können wir das auf die Beine stellen und dazu braucht es natürlich mehr Leute als wir es sind. So habe ich Susanne Jacobi von der Handwerkskammer angesprochen. Wir haben uns dann zusammengetan und überlegt, wie die Handwerkskammer uns unterstützen kann. Und es hat total Spaß gemacht auch mit allen zusammenzuarbeiten bis hin zu den Azubis. Also eine total schöne Gemeinschaft ist da auch entstanden.

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[1:38] Dennis Hofmann: Was Sie hier jetzt sehen, ist der Anfang. Wir stehen noch am Start. Das heißt, was im Vorfeld jetzt schon passiert ist, die Elemente wurden gefertigt, das Holz wurde zugeschnitten. Heute beginnen wir sozusagen die Elemente zu einem kleinen Häuschen zusammenzubauen. Was Sie hier sehen, ist die Decke. Die liegt jetzt auf dem Boden. Hier unten haben wir sogenannte Transportkufen. Sie sehen hier sind so Ausschnitte, dass das entweder mit dem Kran oder eben auch mit dem Stapler mobil bewegt werden kann.

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[2:13] Estelle: Moin, ich bin Estelle aus dem zweiten Lehrjahr in der Zimmereiklasse.

[2:16] Basti: Gude, ich bin Basti, ich bin auch Zimmerer im zweiten Lehrjahr.

[2:19] Estelle:  Ich habe tatsächlich so ein, zwei Jahre in der Unterkunft für Menschen gearbeitet, die wohnungslos sind und drogenabhängig in Frankfurt. Von daher ist es für mich so ein bisschen Herzensprojekt auch.

[2:30] Basti: Ja, für mich ist es auch eine Herzensangelegenheit, sich eben sozial zu engagieren. In der Hinsicht finde ich das eine super Gelegenheit hier im Rahmen des Lehrgangs, dass wir nicht nur eigennützig ein Modell für uns bauen, sondern dass wir eben auch einen positiven Beitrag dadurch leisten können, einen massiven positiven Beitrag.

[2:45] [Musik]

[2:50] Mareike Delp: Mein Name ist Mareike Delp. Ich habe Innenarchitektur studiert und ich arbeite jetzt seit knapp zwei Jahren hier in Frankfurt bei in_design Architektur und ich wurde von Tim mit in den Planungsprozess von der Smart Green Box eingebunden. Durfte das quasi so weit bringen, dass es mit der Handwerkskammer zusammen auch zur Ausführung kam. In unserem Metier, in der Architektur und in der Architekturbranche, nehmen wir eigentlich erstmal den Stift in die Hand und machen grobe Skizzen von dem, was wir im Kopf haben. Dann geht's weiter, dass man schon mal im CAD-Programm die ersten Pläne zeichnet, guckt, wie passt das von den Dimensionen. Dann, wenn man so weit ist, geht man auch weiter und feilt die ganzen Details weiter aus. Dass man auch Strom hat, dass man Wasser hat, dass man sich sauber machen kann. Und dann geht's sogar schon so weit die Pläne von der Handwerkskammer, wie dann quasi die ganze Konstruktion aussieht mit den ganzen Wandaufbauten, den Dachaufbauten, dem Bodenaufbau und bis hin dann später zum gebauten Gebäude.

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[3:51] Dennis Hofmann: Ja, schönen guten Morgen, heute bei uns hier in der Zimmererhalle. Die Smart Green Box nähert sich langsam, aber sicher dem Ende. Das heißt, das Modul ist in der Außenhülle schon fertig erstellt und wir sind jetzt gerade dabei, die Fassade zu erstellen. Wir haben an drei Seiten eine Holzfassade mit einer Thermofichte. Thermisch behandeltes Holz, was sehr wetterresistent ist. Und hier im Eingangsbereich kommt noch eine Fassade mit Faserzementplatten hin. Parallel unterstützen uns die Auszubildenden von der Dachdeckerabteilung mit der Dachabdichtung im Bereich von dem Eingang und auch in dem Bereich von dem Dach.

[4:28] Basti: Gute, wir sind hier noch mal bei unserem schönen Holzhäuschen, was wir jetzt in der Holzrahmenbauweise in den letzten Tagen hier gebaut haben. Ich war persönlich insbesondere an zwei Wänden, bei den Holzweichfaserplatten beteiligt und bei der Dachkonstruktion. Und ja, insbesondere Spaß hat mir jetzt gemacht noch als kleines Gimmick zwei kleine Hocker, die in den Eingangsbereich vorne kommen und das war jetzt die letzten zwei Tage meine Hauptaufgabe.

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[4:56] Susanne Jacobi: Mein Name ist Susanne Jacobi. Ich bin in der Handwerkskammer, unter anderem zuständig für die Entwicklung von neuen Lehrmodulen. In dem Zusammenhang haben wir mit der Smart Green Box uns mit den Themen auch mit Bauphysik beschäftigt, mit Nachhaltigkeit. Nachhaltig ist an dem Gebäude unter anderem natürlich das Material. Wir bauen ausschließlich mit Holz. Man kann es recyceln, man kann es downcyceln. Was im Moment auch natürlich im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit ganz oft erwähnt wird.

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[5:33] Susanne Petry: Ja. Wir stehen ja hier heute im Frankfurter Osthafen und wir haben unser erstes Richtfest hier heute. Ich bin froh und dankbar, dass wir so super zusammengearbeitet haben.

[5:44] Dennis Hofmann: Also es war ein super tolles Projekt. Es hat super viel Spaß gemacht. Ich freue mich auch, dass heute das Richtfest gekommen ist und ich wünsche euch auf jeden Fall viel Erfolg, dass da draußen noch was richtig Positives wächst. Und ja, wir sehen uns wieder.

[5:56] Susanne Petry: Vielen Dank und wir werden uns mit Sicherheit wiedersehen.

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[6:02] Einblendung www.hwk-rhein-main.de, Social Media Icons der HWK, Schriftzug Zukunftshafen e.V., Logo der Handwerkskammer und das Logo von Das Handwerk.

Das Projekt

Bezahlbarer, nachhaltiger und sozialer Wohnraum

Wie kann bezahlbarer, nachhaltiger und sozialer Wohnraum für Menschen in Notlagen entstehen? Eine mögliche Antwort darauf gibt die „Smart Green Box“. Das vom Zukunftshafen Frankfurt e.V. entwickelte Microhouse soll vor allem wohnungslosen Menschen einen geschützten Rückzugsort bieten. Auf nur 4,2 Quadratmetern vereint die Box alles, was für den Alltag notwendig ist: einen Schlafplatz, eine Kochmöglichkeit, eine Dusche sowie digitale Vernetzung. Gleichzeitig setzt das Konzept auf nachhaltige Materialien und eine modulare Bauweise, die eine spätere serielle Produktion ermöglichen könnte. Der erste Prototyp wurde im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Weiterstadt der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main von Auszubildenden aus dem Zimmerer- und Dachdeckerhandwerk gebaut und im Rahmen der World Design Capital 2026 in Frankfurt am Main im öffentlichen Raum präsentiert. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie handwerkliche Ausbildung, nachhaltiges Bauen und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbunden werden können.

Die Herangehensweise

Die Ausstellung im Rahmen der Darmstädter Tage der Transformation 2026 greift die Maße der Smart Green Box räumlich auf und lädt dazu ein, sich mit den Herausforderungen des Wohnens und den Potenzialen innovativer Wohnkonzepte auseinanderzusetzen. Sie gliedert sich in verschiedene Themenbereiche, die den Weg von der gesellschaftlichen Herausforderung über die Idee bis hin zur praktischen Umsetzung und zum Dialog mit den Besucherinnen und Besuchern nachzeichnen.

Von der Situation hin zum Dialog

Zu Beginn richtet sich der Blick auf die Situation von wohnungslosen Menschen in Deutschland. Aktuell wird ihre Zahl auf mehr als 500.000 Personen geschätzt. „Was brauchen betroffene Menschen wirklich?“ fragt die Ausstellung und bietet Antworten von „Schutz vor Gewalt“ bis zu „Vernetzung mit der Gesellschaft“ als Diskussionsgrundlage an.

Im weiteren Verlauf steht die Idee der Smart Green Box im Mittelpunkt. Vorgestellt werden das Konzept des Zukunftshafen Frankfurt e.V. sowie der soziale, ökologische und technologische Ansatz des Projekts. Skizzen und Modelle machen die einzelnen Planungsschritte nachvollziehbar und zeigen, wie aus einer Vision ein konkretes Bauprojekt entstanden ist.

Der nächste Ausstellungsbereich widmet sich der Umsetzung. Videos, Fotografien und Originalmaterialien vermitteln einen lebendigen Eindruck vom Bau der Hülle des ersten Prototypen durch die Handwerk-Azubis. Besucherinnen und Besucher erfahren dabei nicht nur etwas über die verwendeten Materialien und ihre Eigenschaften, sondern erhalten auch Einblicke in moderne Ausbildungswege. Der Innenausbau der Box soll noch folgen.

Den Abschluss bildet eine Dialogstation, an der die Besucherinnen und Besucher eingeladen sind, ihre Gedanken zum Thema „Zuhause“ zu teilen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: Wie viel Platz braucht ein Mensch zum Leben? Die Ausstellung versteht sich damit nicht nur als Präsentation eines innovativen Bauprojekts, sondern auch als Einladung, über gesellschaftliche Verantwortung, nachhaltiges Bauen und neue Perspektiven auf Wohnen nachzudenken.

Projektpartner

Projektpartner sind der Zukunftshafen Frankfurt e.V. und die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main.

www.zukunftshafen-frankfurt.de

www.hwk-rhein-main.de