Gebäude im Bestand können und sollten auf Einflüsse des Klimawandels, etwa Temperaturanstieg und häufigere Extremwetterereignisse wie Unwetter und Hochwasser, angepasst werden. Das KLARO- Weiterbildungskonzept für Berater der Handwerksorganisation trägt Argumente, Empfehlungen und Beispiele zusammen, wie Bauunternehmen und Hauseigentümer durch klimarobustes Planen und Bauen die Wirkungen des Klimawandels in Deutschland berücksichtigen sollten.
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[0:09] [Musik wird leiser] Der Klimawandel wird mehr und häufiger Einfluss auf unser tägliches Leben haben als wir heute vermuten. Als Folgen der immer noch zunehmenden CO2-Emissionen erwarten uns auch in Deutschland verstärkt Extremwetterlagen, die nicht nur von uns ein Umdenken erfordern, sondern auch neue Anforderungen an unsere Häuser und die Gebäudesanierung stellen.
[0:32] So werden die Temperaturen in den kommenden Jahren ansteigen. Ein Zustand der nicht nur erheblich unseren Wohnkomfort mindert und das Raumklima negativ beeinflusst, sondern auch zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann. Neben längeren Trockenperioden im Sommer müssen wir uns in Zukunft auch häufiger auf extreme Unwetter einstellen.
[0:52] Viele der Elementarversicherer sehen hier große Risiken und werden Schäden nicht mehr unbegrenzt regulieren. Hagel, Starkregen und daraus resultierende Überflutungen führen zu hohen Risiken für Gebäude und Bewohner. Auch Stürme werden in ihrer Häufigkeit zunehmen und ein Umdenken in der baulichen Gestaltung von Haus und Grundstück erfordern.
[1:20] Zukunftsorientierte, klimarobuste Bauweisen trotzen den neuen Klimagegebenheiten und helfen gleichzeitig den Wert der Immobilie zu
bewahren. Die Möglichkeiten der Optimierung eines Hauses sind vielfältig. Ihre Fachhandwerker helfen Ihnen gern dabei.
[1:51] Gegen Hitze und Kälte helfen beispielsweise hochwertige Dämmungen. Sie helfen außerdem dabei, die Energiekosten für Heizung und Klimaanlagen möglichst gering zu halten. Fachgerecht ausgeführt, sorgen sie für ausgewogenes Raumklima auch an extremen Tagen.
[2:16] Der Einsatz von Vorhängen, Markisen, Jalousien und Rollläden spendet Schatten und verringert so den Bedarf an Kühlenergie. Durch die tendenziell stärkere Sonnenstrahlung werden Fotovoltaik und Solarthermie als positiver Effekt des Klimawandels immer attraktiver, da sie bereits nach wenigen Jahren ihre Anschaffungskosten wieder einspielen. Auch Sie sollten klimarobust installiert werden. Strom und Warmwasser vom eigenen Dach klingt doch verlockend.
[2:53] Um Gebäudeteile und Aufbauten vor Wind und Sturm zu schützen, sind zusätzliche Fixierungen vorzunehmen. Dachziegel können z. B. verklammert werden, um ein Abdecken des Daches zu verhindern.
[3:11] Um die Durchlüftung des Hauses zu optimieren und negativen Effekten wie beispielsweise der Schimmelbildung vorzubeugen, sind effiziente Lüftungskonzepte erforderlich. Passive und aktive Umwälzungssysteme unterstützen den Luftwechsel dauerhaft und unmerklich.
[3:32] Smart Home-Steuerungen können einen großen Beitrag leisten. Sie tragen auch dazu bei, zukünftig besser auf Extremwetterereignisse vorbereitet zu sein. Sie bieten ihren Nutzern die Möglichkeit, rechtzeitig notwendige Schutzmaßnahmen zu ergreifen oder bestimmte Funktionen laufen automatisch ab. So fährt die Jalousie bei einer Sturmwarnung von selbst hoch.
[3:58] Um das Haus vor dem Wasser zu schützen, müssen im Außenbereich Kellerwände und Fundamente abgedichtet werden. Hierzu bieten sich Abdichtungssysteme nach dem Prinzip der schwarzen Wanne an. Zusätzlich sind Dränagen zu legen.
[4:17] Doch nicht alle Maßnahmen sind uneingeschränkt möglich. Die Beratung durch einen Fachbetrieb ist ratsam.
[4:31] Bei heftigen Unwettern ist vor allem die Frage nach einem entsprechenden Abfluss für die kurzfristig massiv eintretenden Niederschlagsmengen wichtig. Versiegelte Flächen sollten soweit wie möglich aufgebrochen und entsiegelt werden, um eine natürliche Wasserversickerung zu schaffen. Sicherheit im Extremfall gewährt ein zusätzlich kanalisierter Wasserabfluss.
[5:01] Um die Folgen unregelmäßiger Niederschläge und langer Trockenperioden abzumildern, bieten Zisternen als Wasserspeicher die beste Lösung. Sie werden passgenau in den Boden eingelassen. Zisternen helfen einen ökologischen Beitrag zu leisten, denn sie speichern Niederschläge und der Verbraucher nutzt das Regenwasser nach Bedarf. Zusätzlich sollten mechanische Installationen wie Rückschlagventile einen Rückstau des Wasser verhindern. Sie unterbinden das Wasser in den Keller zurückfließt und ihn überflutet. Ist die Kanalisation bereits mit Wasser gefüllt, schließt die Armatur und dichtet ab.
[5:47] Trotz aller Maßnahmen: Einen absoluten Schutz vor extremen Wetterereignissen kann es natürlich nicht geben. Doch das
Risiko lässt sich vermindern und die Schäden begrenzen.
[6:08] Haben Sie noch Fragen? Informieren Sie sich bei fachkundigen Handwerkern bzw. den Beratern der Handwerksorganisation.
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