Digitalisierung ist Gegenwart – nicht Zukunft
Professor Dr.-Ing. Giuseppe Strina vom Lehrstuhl „Dienstleistungsentwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen und im Handwerk“ von der Universität Siegen gab Einblicke in aktuelle Entwicklungen und zeigte Anwendungsbeispiele, die für kleine und mittlere Betriebe relevant sind. Deutlich wurde: Digitalisierung ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern bewährtes Werkzeug, das Arbeitsprozesse effizienter macht und Fachkräfte entlasten kann.
Unterstützung statt Ersatz
KI und digitale Transformation seien „echte Hebel“ fürs Handwerk, bestätigte Stefan Ehinger, Arbeitgeber-Vizepräsident der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, „nicht als Ersatz für Menschen, sondern als Unterstützung und Werkzeug, das uns stärker macht“. Wie auch kleine und mittlere Betriebe das im Alltag umsetzen können? „Einfach mal anfangen“, rät Ehinger. Überlegen: Wo wiederholen sich Prozesse? Wo lässt sich Zeit sparen? Wo kann man Abläufe automatisieren? Die Handwerkskammer unterstütze mit Beratung durch ihre Expertinnen und Experten.
Bildung als Basis der Fachkräftesicherung
Die Herausforderungen für Betriebe seien groß, unterstrich Dennis Kern, Kreishandwerksmeister Stadt und Kreis Offenbach am Main. Bildung sei die starke Basis in Sachen Fachkräfte- und Zukunftssicherung. Das Handwerk bleibe auch in Zukunft „Rückgrat der Gesellschaft“: Es lege einen wesentlichen Grundstein für Wohlstand und Entwicklung von Städten und Gemeinden, schaffe unverzichtbare Infrastruktur und garantiere Arbeits- und Ausbildungsplätze vor Ort.
Identität wahren
Die Frage sei: Wie viel Digitalisierung wollen wir und wie gestalten wir sie, gab Thomas Lippold, stellvertretender Kreishandwerksmeister, zu bedenken. Der Mensch, Erfahrung und Vertrauen machten im Handwerk den entscheidenden Unterschied. Wer es schaffe, Digitalisierung klug einzusetzen und gleichzeitig seine Identität zu wahren, „wird in Zukunft stark bleiben“.