16.07.2026
Handwerk in Frankfurt-Rhein-Main investiert zurückhaltender
Der jüngste Konjunkturbericht der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main zeigt: Zwar bewerten viele Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage weiterhin als stabil, doch nahezu alle Konjunkturindikatoren zeigen nach unten. Auffällig ist die anhaltend sinkende Investitionsbereitschaft: Sie liegt inzwischen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt und soll sich nach Einschätzung der Betriebe in den kommenden Monaten weiter abschwächen.
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(Frankfurt, 16.07.2026) Während 37 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut bewerten, rechnen für die kommenden Monate mehr Handwerker mit einer Verschlechterung als mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Besonders deutlich zeigt sich die Unsicherheit bei den Investitionen. Nur noch 63,9 Prozent der Betriebe investierten im zweiten Quartal mindestens auf dem bisherigen Niveau. Damit setzt sich der bereits seit längerem zu beobachtende Abwärtstrend fort. Der Wert liegt sowohl unter dem Vorquartal (66,2 Prozent) als auch deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 70,4 Prozent. Für das dritte Quartal erwarten lediglich 60 Prozent der Betriebe, ihre Investitionen mindestens konstant zu halten. Vier von zehn Unternehmen wollen ihre Investitionen weiter reduzieren. Das gestiegene Zinsniveau, so die Einschätzung, verteuert Investitionen zusätzlich und erschwert notwendige Modernisierungen sowie Zukunftsinvestitionen.
Auch die übrigen wirtschaftlichen Kennzahlen zeichnen ein verhaltenes Bild: Die Umsatzlage hat sich zwar im Vergleich zum Vorquartal leicht verbessert, dennoch ist der Anteil von Betrieben mit einem Umsatzrückgang größer als der von Betrieben mit einem Umsatzplus. Der Auslastungsgrad hat sich zwar im Vergleich zum Vorquartal erhöht, allerdings bleibt er im Vergleich zum langjährigen Mittel unter diesem durchschnittlichen Niveau: 65 Prozent der Betriebe erzielten einen mindestens konstanten Auftragseingang, vor einem Jahr waren es noch 70,5 Prozent. 83,8 Prozent der Betriebe gaben an, ihre Beschäftigtenzahl mindestens konstant zu halten; dies ist ebenfalls ein schwächerer Wert als im Vergleichszeitraum 2025 (87,2 Prozent). Die Preisanstiege sind im lokalen Handwerk nicht ganz so stark ausgefallen, wie die Erwartungen der letzten Umfrage hatten befürchten lassen. Die Einkaufspreise sind bei 64,3 Prozent der Befragten tatsächlich gestiegen (Vorquartal 68,5,8 Prozent) - 71,7 Prozent der Handwerker hatten im Vorquartal eine Preissteigerung erwartet.
„Die wirtschaftliche Basis vieler Handwerksbetriebe ist nach wie vor solide. Gleichzeitig nehmen jedoch die Risiken und Unsicherheiten zu. Besonders die schwache Investitionsneigung macht deutlich, dass viele Unternehmen ihre wirtschaftlichen Perspektiven derzeit zurückhaltend einschätzen und dringend verlässlichere Rahmenbedingungen benötigen, um wieder stärker in ihre Zukunft investieren zu können“, so Handwerkskammerpräsidentin Susanne Haus.
HWK-Geschäftsklimaindikator
Der HWK-Geschäftsklimaindikator, der die aktuelle und zukünftige Einschätzung zur Geschäftslage zu einer einzigen Größe auf einer Skala von 0 bis 200 Punkten zusammenfasst, fällt ungünstiger aus als im Vorquartal. Er schwächt sich von 136 Punkten im ersten Quartal 2026 auf aktuell 131,7 Punkte ab. Er bleibt damit auch schwächer als der entsprechende Vergleichswert aus dem zweiten Quartal des Vorjahres 2025 (138,9 Punkte). Je höher der Indikatorwert, desto besser das Geschäftsklima.
Über die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main
Die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main ist als Körperschaft öffentlichen Rechts erste Ansprechpartnerin für mehr als 33.000 Handwerksbetriebe mit knapp 170.000 Beschäftigten und rund 9.000 Auszubildenden in der Metropolregion Rhein-Main (Landkreise Hochtaunus, Main-Taunus, Groß-Gerau, Offenbach, Darmstadt-Dieburg, Bergstraße, Odenwald sowie die kreisfreien Städte Frankfurt am Main, Darmstadt und Offenbach). Als „Wirtschaftsmacht von Nebenan“ generierten die Mitgliedsbetriebe der Kammer einen Umsatz in Höhe von 20,1 Milliarden Euro im Jahr 2025. Zu den Kernaufgaben der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main zählen neben Aspekten der hoheitlichen Selbstverwaltung des Handwerks - wie etwa Ausbildung, Prüfungswesen und Führen der Handwerks- und Lehrlingsrolle - auch berufliche Bildungsangebote, Nachwuchskräfteförderung und vielfältige Beratungsangebote für Betriebsinhaber, wie beispielsweise zu Themen der Betriebsübergabe an nachfolgende Generationen. Als Botschafter des Handwerks zählt auch die Interessensvertretung auf regionaler, Bundes- sowie EU-Ebene zu den Aufgaben der Handwerkskammer. www.handwerkskammer-rhein-main.de