19.05.2026
Gestiegene Einkaufspreise setzen Handwerk zu - aktueller Konjunkturbericht
Im aktuellen Konjunkturbericht der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main (HWK) geben 68,5 Prozent der Handwerksbetriebe an, dass ihre Einkaufspreise gestiegen sind. Im Vorquartal waren es 52,8 Prozent. Weniger als die Hälfte der befragten Betriebe geht davon aus, die höheren Kosten auf Kunden oder Auftraggeber umlegen zu können. Die Gesamteinschätzung der Konjunkturlage fiel bei den lokalen Handwerkern nur leicht schwächer aus als im Vorquartal.
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(Frankfurt, 19.05.2026) Als ein möglicher Treiber gelten die Unsicherheiten bei den Energiepreisen infolge der aktuellen geopolitischen Entwicklungen. Gesunkene Verkaufspreise müssen derzeit von 10,3 Prozent der Betriebe verkraftet werden. Vor drei Monaten lag dieser Anteil bei 9 Prozent, vor zwölf Monaten bei 6,5 Prozent. Bei der Vorausschau auf die weitere Preisentwicklung im Jahr 2026 erwarten 71,7 Prozent der Betriebe steigende Einkaufspreise.
„Global und lokal sind auch hier nicht voneinander zu trennen: Im Handwerk vor Ort kommen die Folgen der geopolitischen Entwicklungen, wie zum Beispiel deutliche Preisanstiege, voll an. Handwerkerinnen und Handwerker halten sich nun bei Investitionen in ihren Betrieben zurück und werden ausgebremst“, kommentiert HWK-Präsidentin und Malermeisterin Susanne Haus.
Schlechtere Geschäftslage als im Vorjahr
Der Anteil an Betrieben, die ihre allgemeine Geschäftslage derzeit mit „gut“ bewerten, beträgt 32,1 Prozent; im Vorquartal waren es 35,3 Prozent. Der Anteil an Handwerkern mit einer „schlechten“ aktuellen Geschäftslage kommt aktuell auf 20,3 Prozent, während es im Vorquartal 18 Prozent waren. Die übrigen 47,7 Prozent der antwortenden Betriebe geben an, ihre Geschäftslage sei derzeit „befriedigend“. Im Vorquartal war das die Antwort von 46,7 Prozent der befragten Betriebe. Vor einem Jahr, im ersten Quartal 2025, wurde die Geschäftslage von 34,1 Prozent der Handwerksbetriebe mit gut bewertet. 15 Prozent befanden ihre Geschäftslage damals als „schlecht“. Auf den Anteil der Bewertung „befriedigend“ entfielen damals 50,9 Prozent.
Schwächung, aber kein Absturz erwartet
Die Gesamteinschätzung zur Konjunkturlage des Handwerks in Frankfurt/Rhein-Main – von Kriterien wie Auftragsauslastung über Investitionsneigung bis zur Beschäftigungslage – fällt jedoch nur wenig schwächer als im Vorquartal und auch als vor zwölf Monaten aus. Trotz der aktuellen Belastungen zeigt sich das regionale Handwerk vergleichsweise stabil und bleibt ein wichtiger Pfeiler der regionalen Wirtschaft.
Die Vorausschau auf die kommenden Monate bis zur Jahresmitte 2026 zeigt eine weitere Abschwächung, aber keinen Absturz an. Wie bereits in den vergangenen Quartalen, bleibt die Beurteilung der Lage im regionalen Handwerk davon gekennzeichnet, dass ein Großteil der Betriebe die aktuelle Lage überwiegend als gut einschätzen. Insbesondere im Bauhauptgewerbe und in den Ausbauhandwerken ist das der Fall, aber aktuell auch bei den gewerblichen Zulieferern und im Kfz-Handwerk.
HWK-Geschäftsklimaindikator
Der HWK-Geschäftsklimaindikator, der die aktuelle und zukünftige Einschätzung zur Geschäftslage zu einer einzigen Größe mit einer Skala von 0 bis 200 Punkten zusammenfasst, fällt leicht ungünstiger aus als zum Ende des Jahres 2025. Er schwächt sich von 137,2 Punkten im vierten Quartal 2025 auf aktuell 136 Punkte ab. Er bleibt damit auch schwächer als der entsprechende Vergleichswert aus dem ersten Quartal des Vorjahres 2025 (142,8 Zähler). Je höher der Indikatorwert, desto besser das Geschäftsklima.
Über die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main
Die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main ist als Körperschaft öffentlichen Rechts erste Ansprechpartnerin für mehr als 33.000 Handwerksbetriebe mit knapp 170.000 Beschäftigten und rund 9.000 Auszubildenden in der Metropolregion Rhein-Main (Landkreise Hochtaunus, Main-Taunus, Groß-Gerau, Offenbach, Darmstadt-Dieburg, Bergstraße, Odenwald sowie die kreisfreien Städte Frankfurt am Main, Darmstadt und Offenbach). Als „Wirtschaftsmacht von Nebenan“ generierten die Mitgliedsbetriebe der Kammer einen Umsatz in Höhe von 20,1 Milliarden Euro im Jahr 2025. Zu den Kernaufgaben der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main zählen neben Aspekten der hoheitlichen Selbstverwaltung des Handwerks - wie etwa Ausbildung, Prüfungswesen und Führen der Handwerks- und Lehrlingsrolle - auch berufliche Bildungsangebote, Nachwuchskräfteförderung und vielfältige Beratungsangebote für Betriebsinhaber, wie beispielsweise zu Themen der Betriebsübergabe an nachfolgende Generationen. Als Botschafter des Handwerks zählt auch die Interessensvertretung auf regionaler, Bundes- sowie EU-Ebene zu den Aufgaben der Handwerkskammer. www.handwerkskammer-rhein-main.de