Veröffentlicht am 08.09.2026

Azubi-Perspektiven einfangen

Der Azubitag des Zweirad-Industrie-Verbands e.V. (ZIV) brachte den Nachwuchs der Branche nach Südhessen, mit Stopp in der Bundesfachschule Zweirad .

Die Zweirad-Branche ist vielseitig – und das zeigt sich schon bei den Ausbildungsberufen: Die Palette reicht vom Zweiradmechatroniker bis hin zum Lagerlogistiker. Beim „ZIV-Azubitag“ kamen nun mehr als 30 Azubis aus verschiedenen Betrieben und Berufen in Südhessen zusammen. Organisiert wird das jährlich stattfindende Event vom Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV), der nationalen Interessenvertretung der Zweiradindustrie. Was die jungen Nachwuchskräfte verbindet? Ganz klar: ihre Liebe zum Zweirad. Da durfte ein Stopp an der Bundesfachschule Zweirad der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main natürlich nicht fehlen.

Katharina Hinse, ZIV-Leiterin für Wirtschafts- und Industriepolitik, organisierte das zweitägige Treffen für die junge Gruppe. Ihr Ziel: „Der Azubitag bringt die Auszubildenden aus verschiedenen Fachrichtungen zusammen, zeigt die Vielfalt der Fahrradbranche und schafft bei allen Facetten eine gemeinsame Identität.“

Los ging es in Darmstadt. Bei einem geführten Rundgang beschäftigte sich die Gruppe mit dem Thema „Radverkehr und Fahrradwegeplanung in Darmstadt“. Am nächsten Tag standen gleich drei weitere Stationen auf dem Programm: eine Führung durch den Riese & Müller-Campus in Mühltal bei Darmstadt, ein Besuch bei der ADP Engineering GmbH und ihrer Fahrradmarke Rotwild in Dieburg sowie ein Rundgang durch das Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) Frankfurt mit der Bundesfachschule Zweirad der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main.

Gastgeber vor Ort war Jan Paulus, Leiter der Bundesfachschule Zweirad. Mit dabei waren außerdem Oliver Claus, Landesinnungsmeister und Vorstand beim Bundesinnungsverband Zweirad-Handwerk, Michael Groß, Obermeister der Zweiradmechaniker-Innung Baden-Württemberg, und Boris Peter, Fachbereichsleiter der Heinrich-Kleyer-Schule in Darmstadt.

Gemeinsam mit den Azubis ging es um Fragen, die für ihren Ausbildungsalltag und ihre berufliche Zukunft wichtig sind: Wie findet ihr den Berufsschulunterricht? Spielt die Entfernung zur Berufsschule für euch eine Rolle? Und seht ihr eure Zukunft in der Branche?

Die jungen Menschen sparten dabei auch mit Kritik nicht. Die Fachliteratur im Bereich Fahrrad sei mager, die Erfahrungen mit Quereinsteiger-Lehrkräften an den Berufsschulen nicht immer gut und das Wissen über neue Technologien nicht immer vorhanden. Auch die Entfernung zur Berufsschule könne zum Problem werden – vor allem dann, wenn der Betrieb die Kosten für Unterkunft und Reise nicht unterstütze.

Und apropos Geld: Die Ausbildungsvergütung dürfte aus Sicht der Azubis gerne höher sein. Das gilt für sie auch für die Wertschätzung in der Gesellschaft für eine Ausbildung – gerade im Handwerk.

Trotz der kritischen Punkte fiel das Feedback zur Branche insgesamt positiv aus. Die Menschen, das Miteinander und die Atmosphäre seien im Zweirad-Bereich etwas ganz Besonderes. Genau das mache die Arbeit in der Branche aus – und gebe den jungen Menschen viel zurück.