Ehinger: „Wir können hier bald das Licht ausmachen.“


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7. Februar 2017: Handwerk fordert Sachargumente in Infrastrukturdiskussion
Handwerkskammerpräsident Bernd Ehinger hat im Hinblick auf das Ergebnis der Tempo 30-Untersuchung in Frankfurt noch einmal auf die herausragende Bedeutung einer gut ausgebauten Verkehrsinfrastruktur in der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main hingewiesen. „Das niedrige Interesse der Bevölkerung an der aktuellen Umfrage beweist aus meiner Sicht: In einem Wirtschaftsballungsraum hat das Thema Lärmobergrenze selbstverständlich einen wichtigen Stellenwert, aber die meisten Frankfurter haben meiner Einschätzung ein sehr gutes Gespür dafür, dass sie in einer Großstadt leben und nicht in einer verkehrsberuhigten Zone“, sagte Ehinger. „Auch Handwerksunternehmen sind darauf angewiesen, dass sie Waren zuverlässig anliefern und ausladen können, dass sie schnell zum Ziel kommen und ihren Beitrag am internationalen Drehkreuz Frankfurt-Rhein-Main leisten können. Ich überspitze mal: Während hier alle Tempo-30 fahren oder sich wieder einmal einen neuen Fuhrpark mit blauer Plakette anschaffen sollen, läuft das Leben in anderen Metropolen Europas weiter. Wir können auch gleich hier das Licht ausmachen“, so Ehinger. Eine Minderung des Lärms sei keine Basis dafür, den Verkehr an wesentlichen Strecken dauerhaft zu verlangsamen.

Mit Blick auf die anstehenden politischen Entscheidungen in den kommenden zwei Jahren forderte der Handwerkskammerpräsident, zu einer Sachdiskussion zurückzukehren: „Wir bekommen von unseren Betrieben vermehrt die Rückmeldung, dass es an allen Ecken und Enden der Verkehrspolitik hakt, unter anderem in Frankfurt: Das fängt bei der Koordination von Baustellen an, geht über Tempobegrenzungen hinzu zu Parkregelungen – das kann nicht im Sinne einer guten und wünschenswerten Wirtschaftsförderung sein. Frankfurt ist eine Metropole mit internationaler Anbindung: Hier sollten ideologische Fragen zurückgestellt werden und Sachargumente wieder in den Vordergrund treten. Nicht nur, weil die Wirtschaft das als Basis ihrer Arbeit braucht, sondern die Bevölkerung auch auf die Produkte und Services unserer Betriebe zurückgreifen möchte.“