Service für Handwerker - Informationsangebote im Kammerbezirk

Datenschutz


Datenschutz, IT, Betriebsorganisation sowie Aus- und Weiterbildung



Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft stellt gerade kleine und mittlere Unternehmen vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnet sie eine Vielzahl von Chancen: Bei der Kundengewinnung und -bindung, der Optimierung des Serviceangebots, der Mitarbeitergenerierung und nicht zuletzt der Kostenreduzierung durch mehr Effizienz durch vernetzte Techniken. Von der Existenzgründung, Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen über Aspekte der IT-Sicherheit und der digitalen Dokumentenaufbewahrung bis hin zum Umgang mit sensiblen Mitarbeiterdaten: Die Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main, die Fachverbände und die Kreishandwerkerschaften unterstützen das Handwerk, wenn es darum geht, betriebliche Prozesse bestmöglich auf die Arbeitswelt 4.0 auszurichten und zukunftsweisende Strukturen zu schaffen. Wir verstehen uns als Lotsen in einer vernetzten Wirtschaftswelt. Wir bringen Betriebe und Experten zusammen und bieten passgenaue Fortbildungen abgestimmt nach Gewerkegruppen und Erfahrungsstufen. Nicht zuletzt mit Blick auf die zunehmend komplexeren Anforderungen auf Ebene der europäischen Gesetzgebung wird es für das Handwerk immer wichtiger, sich mit den aktuellen Entwicklungen auseinanderzusetzen.


Weiterbildungsmöglichkeiten z. B. zum Datenschutzbeauftragten finden Sie beim Rhein-Main-Campus.

Digitalisierungs-Check

Unser Angebot für Mitgliedsbetriebe: Der Digitalisierungs-Check ist ein Werkzeug, das Handwerksbetrieben Auskunft über den Digitalisierungsgrad, die Handlungsfelder und Entwicklungspotenziale gibt. In einem persönlichen Gespräch wird dafür ein Fragebogen bearbeitet, diskutiert und ausgewertet. Die Kategorien: Kunden und Lieferanten, Prozesse, Geschäftsmodelle, Mitarbeiterqualifizierung und IT-Sicherheit. Neben einer aktuellen Bestandsaufnahme liegt der Fokus auf den Digitalisierungspotenzialen der Betriebe mit konkreten Handlungsempfehlungen. Der Digitalisierungs-Check dauert rund zwei Stunden und ist für Mitgliedsbetriebe kostenlos.

Dipl.-Betriebswirt Wolfgang Schuh
Telefon +49 69 97172-188
FAX +49 69 97172-5270
schuh@hwk-rhein-main.de

 

Building Information Modeling

Innovation nicht nur im Bau-Handwerk fördern: Die Software-gestützte Gebäudedatenmodellierung findet sowohl im Bauwesen zur Bauplanung und Bauausführung als auch im Gebäudemanagement Anwendung. Dabei werden festgelegte Daten zentral erfasst, verwaltet und räumlich als 3D-Modell entwickelt. Für jeden am Bau Beteiligten ist der für ihn relevante Planungsstand jederzeit und aktualisiert einsehbar. Jeder Bauabschnitt, jede Änderung fließt kontinuierlich in das Modell ein. Betriebe können damit ihre Planungs-, Bau- und Bewirtschaftungsprozesse hinsichtlich Kosten, Terminen, Qualität und Effizienz optimieren.
Jedes einzelne Bauteil ist mit vielen Detail-Informationen angereichert. Diese detaillierten Angaben, wie sie beispielhaft in der Abbildung zu sehen sind, können per Klick aus dem Modell herausgezogen werden. Neu ist zudem, dass alle am Bau Beteiligten – Architekten, Planer, Handwerker auf dieses eine Modell zugreifen, es dreidimensional anschauen und sich ein realitätsnahes Bild machen können. Außerdem können sie Material- und Stücklisten generieren und ihre Mitarbeiter können sich z.B. auf der Baustelle anhand des 3-Modells orientieren.



Grafik: HWK Erfurt


Wie funktioniert das?

Für einen Handwerker gibt es zwei Möglichkeiten, an einem BIM-Projekt mitzuarbeiten: Mittels einer kostenlosen Software, eines sogenannten BIM-Viewers, kann man sich das Modell anschauen. Damit die verschiedenen Softwareformate miteinander kommunizieren können, haben sie sogenannte IFC-Schnittstellen. Die zweite Möglichkeit: der Handwerker arbeitet konstruktiv an der Erstellung des Modells mit. Dann benötigt er eine BIM-Software. Wie beim Bau eines realen Hauses arbeiten alle Beteiligten an ein und demselben digitalen Objekt.

Was ist der Nutzen?

Da alle mit dem gleichen Modell arbeiten oder darauf schauen, haben alle Beteiligten stets den aktuellsten Wissenstand. Das schützt vor bösen Überraschungen. Zudem erkennt das Programm bei der Planung und bei Änderungen mögliche Auswirkungen auf andere Gewerke und warnt automatisch vor Kollisionen. D.h. Probleme werden schon im Modell entdeckt, nicht erst auf der Baustelle. Das spart Nachbesserungen, trägt zur fristgerechten Fertigstellung bei und spart Kosten.

Die Vorteile auf einen Blick

  • Große Auswahl an BIM-fähiger Freeware
  • Massen- & Mengenermittlung mit automatisch erzeugten Tabellen
  • Kollisionen zwischen Gewerken werden bereits in der Planungsphase erkannt und behoben
  • Weniger Streitigkeiten im Bauablauf
  • Stets aktuelle Planstände aus der Datenbank
  • 3D-Pläne können mit dem Tablet auf der Baustelle angeschaut und abgeglichen werden
  • Mängel können im Modell markiert werden, automatische Benachrichtigung der Verantwortlichen
  • Alle Details der tatsächlichen Ausführung des fertigen Bauwerks sind für spätere Änderungen, Reparaturen & Wartungsarbeiten verfügbar
BIM kommt!

In immer mehr großen Bauprojekten der öffentlichen Hand wird das BIM-Verfahren verpflichtend eingesetzt. D.h. nur Betriebe, die mit BIM umgehen können, können künftig an der Ausschreibung und Durchführung solcher Projekte teilnehmen.

2015:
Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) beschließt Stufenplan zur Einführung von BIM bis 2020. Dazu wurden 2015 vier  Pilotprojekte gestartet: zwei Bahnprojekte (Tunnel Rastatt und Brücke Filstal) und zwei Straßenbauprojekte (Brücke Petersdorfer See und Brücke Auenbachtal). Im Oktober 2016 wurden zwei zusätzliche  Straßenbauprojekte aufgenommen.

2016:
EU-Mitgliedsstaaten fordern BIM bei der Realisierung von öffentlich finanzierten Bau- und Infrastrukturprojekten und können es verpflichtend anordnen. 
          
2017: 
Bundesbauministerium beauftragt Landesbehörden, ab sofort Anwendung der BIM-Methode bei einem Baukostenvolumen ab 5 Mio. Euro zu prüfen und bei Eignung einzusetzen.
Bundesarchitektenkammer veröffentlicht Leitfaden „BIM für Architekten – Leistungsbild, Vertrag, Vergütung“.

2020:
Laut Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wird BIM ab 2020 zum Standard bei großen Infrastrukturprojekten des Bundes.

Voraussetzungen zur  Nutzung von BIM-Modellen
 
  • Interesse an digitaler Zusammenarbeit ohne Datenverluste
  • Bauprojekt muss von Architekt / Planer als BIM-Projekt angelegt werden
  • PC, Laptop oder Tablet
  • Kostenfreier BIM-Viewer
  • Modellübergabe im produktneutralen IFC-Datenformat



Weitere Informationen finden Sie unter Handwerk Digital



Gudrun Aßmann
Telefon +49 69 97172-302
assmanng@hwk-rhein-main.de


gefördert durch:


 

Projekt Mittelstand 4.0

Begleitung des Wandels durch Wissenschaft: Das „Mittelstand 4.0 - Kompetenzzentrum Darmstadt“ begleitet Unternehmen und Handwerksbetriebe bei der Digitalisierung: Schritt für Schritt – vom Einstieg in das Thema über den Wissenstransfer bis hin zur individuellen Unterstützung bei konkreten Fragen und Projekten. Kostenlose und unabhängige Angebote helfen bei der Orientierung, Analyse und Qualifizierung. Sie  unterstützen die Umsetzung von Maßnahmen bei den zentralen Themen Arbeit, Effizienz, Energie, Ideen und Sicherheit. Vertreten sind Institute der Technischen Universität Darmstadt, Fraunhofer-Institute, die Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar und die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main. Das Kompetenzzentrum ist Teil der Förderinitiative "Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse“ und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Thomas Beckmann
Telefon +49 69 97172-253
FAX +49 69 97172-5253
beckmann@hwk-rhein-main.de







 

Hintergrundinformationen zur Digitalisierung im Handwerk